Dragonball Evolution


Filmstart: 11.6.;
Regie: James Wong;
Darsteller: Justin Chatwin, Randall Duk Kim, Chow Yun-Fat, James Marsters, Emmy Rossum u.a.

„Bring’ mir etwas Nützliches bei. Zeige mir, wie man Erfolg bei Frauen hat. Bring’ mir bei, wie man normal ist", fordert der naive Jüngling. „Normal ist auch so etwas, das ziemlich überschätzt ist", antwortet der verschrobene Alte, der ihm die kleinen Kniffe der großen Kampfkunst beibringt. Haben die seligen Kalenderspruch-Weisheiten aus „Karate Kid" inzwischen etwa ausgedient?

Und wenn wenig später der junge Kampfkünstler die aggressiven Prolo-Dumpfbacken lässig und ohne schlechtes Gewissen gegen die Wand klatschen lässt, könnte man auf ein gelungen selbstironisches Update der „Karate Kid"-Formel hoffen. Doch dem verheißungsvollen Auftakt folgt schnell das dramaturgische k.o.: Kaum ist Opa hingemeuchelt, soll der junge Held jene sieben Dragonballs sammeln, die dem Finder große Macht verleihen. Mit dem bösen Lord Piccolo (!) findet sich ein finsterer Rivale bei der Bällchen-Suche.

Zum Glück gibt es ein paar Gefährten, die dem Guten zum Durchbruch verhelfen. Was verzweifelt gerne eine „Herr der Ringe"-Variante sein möchte, entpuppt sich bald als eine Art „Hartz IV der Ringe": Ein lärmender Klangteppich soll von den grottenschlechten Spezialeffekten ablenken, derweil die Etappen der öden Suche sichtlich lustlos und schier spannungsfrei abgearbeitet werden. Selbst der Showdown bei diesem zunehmend zum Computerspiel mutierten Abenteuer verpufft erstaunlich sang- und klanglos. Ganz im Kontrast zum flotten Anfang folgen beim schlechten Ende nur noch ranzige Ratgeber-Sprüche à la „Du musst nur an dich glauben". Rätselhaft, wie Chow Yun-Fat in diese misslungene Manga-Verfilmung geraten konnte...

Dieter Oßwald

Stand: 15.05.09

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